Indogermanische sprache


01.01.2021 22:17
Indogermanische Sprachen - Lehrstuhl fr vergleichende
Techniken und Pflanzen im Sanskrit dravidischen Ursprungs. Die litauisch-amerikanische Archologin Marija Gimbutas glaubte schon in den Fnfzigerjahren, die Erbauer der in dieser Weltgegend vorkommenden Jahrtausende alten Hgelgrber, die Kurgane genannt wurden, seien die ersten Indogermanen gewesen. Um die beiden Thesen auf den Prfstand zu stellen, analysierten Atkinson und seine Kollegen 6000 sogenannte Kognate aus insgesamt 103 ausgestorbenen und noch existierenden indoeuropischen Sprachen. Als wissenschaftliche Disziplin hat sich die Indogermanistik zur Aufgabe gemacht, aus den berlieferten indogermanischen Tochtersprachen Rckschlsse auf die gemeinsame Grundsprache, das sogenannte Urindogermanische, zu ziehen. Solche Rckschlsse sind deshalb mglich, weil sprachliche Vernderungen nicht willkrlich, sondern in bestimmten Bereichen nach gleichbleibenden Regeln ablaufen. Selbst die ltesten uns bekannten Sprachen sind also Sptlinge einer langen Entwicklung, die in Afrika begann. Er prgte fr die von ihm vermutete sprachliche Grofamilie den Begriff Nostratisch. Zur indogermanischen Sprachfamilie gehren alle Weltsprachen auer dem Chinesischen und Arabischen.

Die Ur-Indogermanen kannten in der Frhzeit nur zwei grammatische Geschlechter: Ein Genus commune, also eine Art Unisex-Form statt unseres Maskulinum und Femininum, und ein Neutrum. Durch eine Kombination von palolinguistischer, archologischer, ethnologischer, mythologischer, religionshistorischer und genetischer Spurensuche. Auch das Haus-Wort boko westliche Bildung im Namen der berchtigten Terrorsekte Boko Haram hat nichts mit dem englischen book zu tun, obwohl die angelschsische Sprachwissenschaft das lange glaubte. Zusammen bilden sie die indogermanische Sprachfamilie. Ihre Verbreitung ber Europa und Asien soll dieser These zufolge vor etwa 50 Jahren begonnen haben. Die Zahl der indoeuropischen Erbwrter betrgt nur noch 400 bis 500, und sie sind bis zur Unkenntlichkeit gewandelt. Die Indogermanen brauchten in ihrer Binnensteppe logischerweise kein Wort fr Meer, sie nahmen die Bezeichnungen fr die groen Gewsser, die sie in Westeuropa, im Iran, in Indien oder eben in gis erreichten, von den Einheimischen. Prominente Beispiele fr solche bernahmen seien metallon, denn die Metallverarbeitungstechnologie wurde nach neuerer Lehrmeinung um 5400.

Sprachlich drckten sie also nicht den Gegensatz mnnlich/weiblich aus, sondern nur den zwischen Belebtem und Unbelebtem. Neben dem eigentlichen Interesse, der Aufklrung der Geschichte von Sprachfamilien und ihrer Sprecher - sind phylogenetische Stammbume entscheidend fr das Verstndnis der Entwicklung und Diversitt vieler Geisteswissenschaften, von der. Ein Albtraum fr Menschen, die glauben, sie wren Arier, fr alle anderen eine sehr schne palolinguistische Pointe. Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten "indogermanischen" Sprachen zum Forschungsgegenstand.  Zudem wissen wir aus der Archologie, dass Radfahrzeuge frhestens zu diesem Zeitpunkt aufgekommen sind. Die Urheimat der Indogermanen lag in der pontokaspischen Steppe im Sden des heutigen Russlands. Daraus entwickelte der Computer verschiedene mgliche Stammbume der indoeuropischen Sprachfamilie, die sowohl zeitliche als auch rumliche Informationen enthielten. Beide sind Universalgelehrte (Kausen obendrein emeritierter Mathematikprofessor) mit schier schwindelerregenden Kenntnissen auch abgelegenster Sprachen. Man kann aber beweisen, dass das nicht so ist.

Jahrtausend vor Chr.) und Zugtier fr Wagen und Pflug (ab dem. Die Abwesenheit des Femininums war wohl eher Ausdruck der Geringschtzung der Frau: Die ur-indogermanische Kultur war von mnnlichen Anfhrern beherrscht, whrend ihre Vorgngerkultur in Europa als matriachalisch und egalitr gilt. Quelle: picture-alliance / akg-images, das Interesse an den Indogermanen oder Indoeuropern, wie sie auerhalb Deutschlands und mittlerweile auch im grten Teil der wissenschaftlichen Literatur genannt werden, ist gro. Auerdem ftterte das Team sein Analyse-Programm mit geografischen Daten zur Verbreitung der verschiedenen Sprachen. Ein groes internationales Team, zu dem auch Max-Planck-Wissenschaftler Michael Dunn zhlt, hat jetzt die Ergebnisse einer innovativen phylogeographischen Bayes-Analyse sprachlicher und rumlicher Daten von indogermanischen Sprachen vorgelegt. Die dort beschriebene Analyse kombiniert ein Modell der Lexik-Entwicklung einzelner Sprachen mit einem expliziten rumlichen Verbreitungsmodell von Sprechern dieser Sprachen. Es gibt Forscher, die mit guten Argumenten von einem nicht geringen Anteil semitischer Substratwrter im Germanischen ausgehen. Das Fehlen einer sollte aber nicht mit einer geschlechtergerechten Sprache verwechselt werden. Etwa die Hlfte der Weltbevlkerung spricht heute eine indogermanische Sprache.

Der amerikanische Archologe David Anthony vom Hartwick College in Oneonta, Staat New York, moniert ebenfalls in Science beispielsweise, dass sich die Wissenschaftler lediglich auf Wrter konzentriert htten und Sprachstruktur, Grammatik und hnliches ignorierten. Davor scheuen beide Autoren nicht. Wenige Forscher dagegen favorisieren eine andere Theorie, nach der die indogermanischen (indoeuropischen) Sprachen ihren gemeinsamen Ursprung vor 80 Jahren im heutigen Anatolien haben, von wo aus sie sich gemeinsam mit der Landwirtschaft ausgebreitet haben sollen. Mehrheitlich vertritt die historische Sprachwissenschaft die Auffassung, die indogermanische Sprachfamilie sei vor rund 6000 Jahren in der pontischen Steppe in der heutigen Ukraine entstanden. Er und seine Kollegen hatten fr ihre Untersuchung eine Methode eingesetzt, mit der sonst genetische Informationen analysiert werden.

August 2012, die indogermanischen oder auch indoeuropischen Sprachen zhlen zu den am weitesten verbreiteten Sprachfamilien weltweit und lassen sich seit rund 2000 Jahren auch als geschriebene Sprachen relativ gut erforschen. Die rivalisierende Theorie geht dagegen von einer sehr viel frheren Verbreitung aus, die bereits vor 80 Jahren in Anatolien ihren Anfang nahm. Beck, 19,95 Euro Sind Sie interessiert an Artikeln rund um das Thema " Sprache "? Schon in vorchristlicher Zeit erstreckte sich das indogermanische Gebiet vom uersten Westen Europas bis nach Indien. Das Armenische beispielsweise hat im Laufe seiner mindestens 3000-jhrigen Geschichte eine solche Menge von Wrtern aus anderen Sprachen bernommen, dass lange Zeit umstritten war, ob es sich berhaupt um eine indogermanische Sprache handelt und ob es vielleicht zu iranischen Sprachfamilie gehrt. Heute sprechen mehr als eine Milliarde Menschen allein in Indien, Pakistan und Sri Lanka eine indoeuropische Sprache.

Zudem gebe es wirklich sehr gute archologische Belege, die auf einen Ursprung der Sprachfamilie in der russischen Steppe hindeuteten. Die Forscher konzentrierten sich auf 200 sehr grundlegende Bedeutungen, wie eben Mutter, Vater, Feuer, Wasser oder Verben wie laufen und gehen, und analysierten deren Entwicklung. Ernst Kausen: Die indogermanischen Sprachen, Buske-Verlag, 68 Euro Harald Haarmann: Auf den Spuren der Indoeuroper, Verlag. Das reicht von einer knappen Skizze des Slowinzischen einer besonders archaischen slawischen Sprache, die nur von einer winzigen Gruppe Protestanten in zehn Drfern an den Seen Leba und Gardno gesprochen wurde, ber kurze systematischen Darstellungen vieler Grosprachen wie Spanisch. Diese seien von Atkinson und seinem Team ebenfalls nicht bercksichtigt worden. Science verffentlichten Ergebnisse sttzen die von der Minderheit vertretene Auffassung in mageblicher Weise. Es gibt vor allem zwei groe Lager, die sich gegenseitig heftig bekmpfen: Das erste vermutet den Ursprung in der russischen Steppe nrdlich des kaspischen Meers, wo die Sprache von halbnomadisch lebenden Reitervlkern gesprochen worden sein soll. Vorlesen, ein internationales Forscherteam hat die Heimat der indoeuropischen hufig auch indogermanisch genannten Sprachen identifiziert: Die riesige Sprachfamilie mit heute etwa 400 Sprachen stammt ursprnglich aus Anatolien in der heutigen Trkei.

Wenn in archologischen Ausgrabungssttten in zuvor pferdelosen Gebieten ab einer bestimmten Zeit solche Artefakte, beispielsweise Zepter mit Pferdekpfen, auftauchen, knnte das bedeuten, dass indogermanische Eroberer sich als Herrschaftseliten ber die vor-indoeuropische Bevlkerung aufgeschwungen haben. Im vorindoeuropischen Europa erfunden, aber auch thalassa, Meer. Datiert) und des vlligen Mangels an schriftlichen berlieferungen problematisch ist. Indo-European Lexical Cognacy Database (IELex die von der Gruppe, evolutionary Processes in Language and Culture am Max-Planck-Institut fr Psycholinguistik entwickelt wurde. Den Forschungsstand fassen nun neue Bcher zusammen, die von zwei der grten deutschen Autoritten auf dem Gebiet der frhen Sprachgeschichte und der linguistischen Verwandtschaftsbeziehungen verfasst wurden: Ernst Kausen und Harald Haarmann. Ber ihre Arbeit berichten sie im Fachmagazin Science. Deshalb knnen Sprachwissenschaftler die indogermanische Grundsprache in ihren verschiedenen Aspekten rekonstruieren (Lautsystem, Grammatik, Wortschatz, Syntax).

Dieses Ergebnis strkt eine der beiden gngigen Theorien zum Ursprung der indoeuropischen Sprachen. Auch lateinisch vulgus und Deutsch, volk haben nichts miteinander zu tun. Interessant werden Bcher oft gerade dort, wo sie mit gebotener wissenschaftlicher Distanz auch Abseitiges und Umstrittenes mitteilen. Und Kausen referiert mit einiger Sympathie die Theorien, die eine ursprngliche Verwandtschaft des Indogermanischen mit anderen Sprachfamilien annehmen. Der Terminus selbst wurde 1823 von Julius Klaproth geprgt. Zuerst hatte 1903 der Dne Holger Pedersen ber solche Beziehungen spekuliert. Und man wei heute auch viel mehr ber die frhen Indoeuroper und die indoeuropischen Sprachen als noch vor einigen Jahrzehnten.

Demnach lautet auch das Fazit der Forscher: Die Steppentheorie ist im Vergleich zur Anatolien-These sehr unwahrscheinlich. Und der von Haarmann ausgiebig zitierte Hollndische Palo-Linguist Robert Stephen Paul Beekes geht davon aus, dass sich im Altgriechischen zahlreiche Lehnwrter der Pelasger finden so nannten die aus dem Norden einwandernden Griechen selbst die nicht-indogermanische alteuropische Urbevlkerung. Sie liefert eine umfassende, hochwertige Sammlung von Sprachdaten, die sich fr phylogenetische Analysen eignen. So stellte man sich um 1880 die Wanderungen der Indogermanen zu Urzeiten vor. Hethitisch ist die lteste schriftlich berlieferte indogermanische Sprache Quelle: picture alliance / akg-images Die Bcher von Kausen und Haarmann ergnzen sich gut, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Anzeige, darber hinaus knnen Sprachen so viele Lehnwrter aufnehmen und so komplexe Lautvernderungen durchlaufen, dass ihre wahre Herkunft sich verschleiert. Anzeige, die Idee, dass drei Milliarden heute lebende Menschen 300 Muttersprachen sprechen, die sich aus dem Idiom von Nomaden im Gebiet nrdlich des kaspischen Meeres entwickelt haben, fasziniert. Quelle: Infografik Die Welt, aber wie rekonstruierte man berhaupt die Geschichte einer Zeit, die ohne Schrift auskam? Syntax und der Semantik bis hin zur. Dabei darf man sich nicht von zufllig hnlichen Wrtern tuschen lassen.

Er soll die indogermanischen Sprachen in ihrer geographischen Verbreitung auf dem eurasischen Kontinent umklammern: mit Indisch als der sdstlichsten und Germanisch als der nordwestlichsten indogermanischen Sprachgruppe. In diesem Fall htte die Ursprache zusammen mit der Landwirtschaft ihren Siegeszug ber Europa und Asien angetreten. Indogermanen domestizierten das Pferd hneln sich etwa die Wrter fr Pferd, Pflug, Rad, Achse, Deichsel, Wagen und Joch in den ltesten berlieferten indogermanischen Sprachen, beispielsweise dem altindischen Sanskrit, dem Altgriechischen, dem Hethitischen (dessen Sprecher im heutigen Anatolien ansssig waren dem. Haarmann propagiert dezent, aber unbersehbar die von Fachkollegen durchaus bezweifelte Hypothese, wonach es eine alteuropische Zivilisation geben habe (von ihm in anderen Publikationen auch Donau-Zivilisation genannt die es im Grad der Entwicklung mit den frhen Hochkulturen des Nahen Ostens aufnehmen konnte. Diese ausgestorbenen Sprachgruppe kennt man lediglich aus Dokumenten, die in Klosterruinen in Oasen der westchinesischen Taklaman-Wste gefunden wurden.

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